MI-JB362H.jpg (12591 Byte)

M E I N - L E B E N S L A U F

Restaurierungsfotos können Sie sehen, wenn Sie das Bild anklicken.

Hallo liebe Autofreunde! Oder einfach: Ihr lieben "Angucker" und "Anfasser"!

1962 ( EZ 29.3.62 ) kam ich als OPEL Olympia Rekord ( P II ) in Rüsselsheim auf die Welt. Ich wog 930 kg, war 4,60 m lang und mit 50 PS / 37 kW und 1477 ccm 128 km/h schnell. Opel kleidete mich ganz in grün und mit 6640 DM (circa 3400 EURO) fand ich schnell meinen ersten Liebhaber in Nürnberg. Dieser war von mir sehr angetan und so konnte ich viele, viele Jahre bei ihm bleiben.

Doch ich ging nicht mit der Mode, war alt geworden, nicht mehr schnittig genug. Auch die Pflege ließ immer mehr nach.

So kam, was kommen mußte! Der Scheidungstermin rückte heran. Wie schon zuvor bei knapp 800.000 meiner P2-Geschwister, genannt Coupe, Cabrio, Kombi und Kastenwagen, die zwischen 1960 und 1963 auf die Welt kamen, sollte auch ich in einer schrecklichen Schrottpresse die Welt wieder verlassen. Aber dann kam alles ganz anders! Mein Besitzer verkaufte mich in kleinen Teilen, so daß mir bald ab Frontscheibe gar nichts mehr bleiben sollte. Man ließ mir nur noch die Kofferraumhaube und die Hinterachse. Dafür regnete es jetzt in mich hinein, so daß mich nun auch die Schrottpresse nicht mehr wollte. Man entsorgte mich einfach " hinter'm Schuppen". Ich versank im Morast, nur noch mein Heck war zu erahnen. So gingen die Jahre dahin in der frischen Natur. Von allen Ärzten aufgegeben sollten aber 1987 wieder bessere Zeiten kommen. Eigentlich längst tot, wurde ich per Zufall im Schlamm als eigentümliches Rest-Auto erkannt. Mein Finder taufte mich "alter Schrotthaufen", kam plötzlich immer öfter vorbei, und wollte mich eines Tages tatsächlich ganz mitnehmen. Einen Preis gab es für mich nicht, wofür auch?! Ich war ja nicht mal mehr ein richtiges Ersatzteil. So wurde ich - einfach so - in die Münchener Gegend weggegeben. Nichts gegen die Bayern, im Gegenteil! 5 Jahre lang schleppte mein neuer Herr und Meister alle möglichen Teile an, die ich irgendwie schon einmal gesehen hatte. Und richtig! Mein Äußeres kam nun langsam Stück für Stück zurück, und auch die inneren Werte waren nicht zu verachten. Schöner als je zuvor. Mein Herz wurde verchromt und mein Körper vollverzinkt. Im auffälligen, jetzt cadmiumgelben Kleid kommt mein größter Feind, der Rost, nun nicht mehr so leicht an mich heran. Auch vor dem TÜV habe ich seit 1993 keine Angst mehr. Vorerst!

So weit, so gut. Nur ich war jetzt fertig und mein Erschaffer fast geschafft. Er wollte noch einen amerikanischen Kollegen restaurieren und hatte für mich keinen Platz mehr. Also Verkauf, schade eigentlich, aber eigentlich doch nicht. Denn er hatte eine gute Wahl getroffen. Statt mich an einen Porsche fahrenden Interessenten aus einem bekannten Münchener Schickimickivorort zu verkaufen, so als Einkaufswagen ganz nebenbei für seine Schnecke, suchte er einen echten Preußen aus, Oldtimerfan seit frühester Jugend. Einen wirklichen Liebhaber, der mich nur bei Sonnenschein mitnehmen wollte. Welch Glück im Winter! Das Wetter spielte mit. So lebe ich nun in Ostwestfalen, habe ein eigenes kleines Haus und fühle mich sehr wohl. Ich glaube, mein jetziger Besitzer wird wohl der letzte sein. Wahre Liebe, bis daß der Tod uns scheidet, unverkäuflich, usw., usw., naja, Ihr wißt schon.

Schade nur, daß ich hier so selten meine noch lebenden Geschwister treffe. So wie beim hiesigen Opel-Händler hinter'm Haus. Dahinrostend, ein ganz erbärmlicher Anblick, und keiner tut etwas dagegen. ( * ) Sah 1978 beim Verkauf 16-jährig noch 1a aus. Woher ich das weiß? Nun, mein heutiger Besitzer hat ihn damals vorschnell weggegeben. Aber nun hat er ja mich. Sollte es wider Erwarten hier doch noch P2's geben, so ruft mich doch einfach mal an.

(*) seit circa 1999 ist der Wagen verschwunden, 2008 in Kiel wiedergefunden !!

Tel.: O571-40 49 678.

e-mail: info@opel-rekord-p2.de

opellogo.jpg (1363 Byte)